Wieder ging es mit Schriftstellern und bildenden Künstlern nach Kroatien / Bosnien. Vom 13. bis 20. Juni 2010 reiste die erste Gruppe, vom 20. bis 27. die zweite. Emina Kamber und ich blieben als Leiter des Workshops die ganze Zeit. Neben Ausflügen in die nähere Umgebung nach Dubrovnik und Korcula gab es diesmal eine dreitägige Reise über Mostar nach Serajevo, mit Lesungen und Begegnungen.
Wir wollten die Frage untersuchen, ob, wo Kultur ist, sich auch eine Perspektive für die Zukunft abzeichnet. Zwar sind die Zeichen des verheerenden Bürgerkriegs in den neunziger Jahren noch überall unübersehbar.
Ruinen baut man nicht so schnell wieder auf, und Erinnerungen leben länger als heilsam. Dennoch, auf vielen Gebieten der Kunst, etwa im Film und in der Musik, entsteht in Bosnien Neues. So konnten wir es wagen, gewissermaßen als Stolperstein und Denkanstoß, die absichtlich plakative These „Wo Kultur ist, da ist auch Zukunft“ vor unser Projekt zu stellen.
Erinnern wir uns doch: wer glaubte 1945 in Deutschland, in den Trümmern des Hitlerwahns, noch an eine mögliche Zukunft? Wer hätte gedacht, dass nach dem Genozid nicht ein verbrecherisches Tausendjähriges Reich, sondern womöglich Beethoven und Mozart, Schiller und Goethe, Kant und Hegel, Fontane, Mann, Brecht wieder für das Wort „deutsch“ stehen könnten? Dass Kultur und Kunst am Ende stärker wären als Größenwahn? Dass nun auch unsere Nachbarn auf dem Balkan diese Werte wieder bei uns suchen und von uns verlangen?


Besuch in der Bibliothek von Kakanj: Tanzgruppe der jungeren Mädchen, im Hintergrund Bilder der Projekt-Teilnehmer, die Musikanten und am Tisch Schriftsteller sowie der Bürgermeister von Kakanj.
Bei unserem zweiwöchigen Ausflug auf den Balkan sind wir zu interessanten Ergebnissen gekommen, sowohl, was die geplanten Geschichten der einzelnen Autoren, als auch, was Arbeiten der Künstler betrifft. Birgitta Sjöblom hat sie – diesmal „landart“ und also vergänglich – und ebenso die Diskussionsrunden der Schriftsteller und Autorinnen unter den Pinien der Peljeschatz und unsere Abstecher nach Bosnien fotografisch dokumentiert. Birgitta wird auch die Buchgestaltung wieder übernehmen, wie schon bei unserem letzten Buch „...und Bosnien, nicht zu vergessen“.
Der Verlag Das bosnische Wort interessiert sich für das Projekt. So kann es gut sein, dass wir auch in 2011 wieder mit einer Anthologie ganz eigener Art auf der Buchmesse in Sarajevo vertreten sein werden.
Jugendstil (deutsch)
Art Nouveau (english)
Jugendstil (svenska)
Der dalmatinische Doppelgänger
Reden & Essays (deutsch)
Essays (english)
Literarische Projekte
Das Fremde in uns (deutsch)
Literarische Spaziergänge (deutsch)
...und das nächste Projekt (deutsch)
Sekundärliteratur / Reference books
und Pressestimmen / Press reviews